Warum ich wieder Fehlkäufe machen möchte

Seit ich mir mal ein bisschen Social Media Auszeit genommen habe, treffe ich endlich wieder eine Menge Entscheidungen selbst. Zum Beispiel bei dem, was ich esse, wie ich Sport mache, was ich gucke, was ich denke und vor allem, welches Fotoequipment ich kaufe.

Wobei…

Ich treffe meine Entscheidungen immer selbst.

Ich vertraue ihnen jetzt nur wieder.

Ich bin natürlich nicht ganz aus dem Internet verschwunden, wie du hier lesen kannst, aber Instagram ist erstmal raus – Facebook schon seit 2018. Ich hatte ja schon immer nicht gerade viel Feelings für irgendetwas über, aber dieses Irrenhaus, das sich „Social“ Media nennt (Social Experiment, glaube ich eher), hat mich völlig abgestumpft. Für mich ist da nichts mehr lustig, witzig oder traurig – ich bin nur noch genervt. Außer es hat mit Hunden zu tun – mit echten Hunden, keinen KI-generierten Hunden.

Peter McKinnon (ein Fotograf/YouTuber) hat mal, frei übersetzt, gesagt: „Der Spaß bei Social Media kommt, wenn man mitmacht und nicht nur konsumiert.“ Hm, ich würde ja gerne mitmachen, aber mein ADHS-Brain biegt einfach zu schnell in die falschen Tunnel ab. Ich dürfte gar nicht konsumieren – das tue ich im Moment ja auch, und damit fühle ich mich echt gut.

Ich möchte wieder eigene Erfahrungen sammeln, Fehlkäufe tätigen, weil ich mich falsch entschieden habe – und nicht, weil ich einer Fake-Bewertung geglaubt habe. Mittlerweile ist man zwei Stunden online, bevor man einen Staubsauger im Warenkorb hat.

So war ich zum Beispiel auf der Suche nach einer neuen, kleinen Kamera mit Wechselobjektiv, um beim Fotografieren mal wieder etwas zu spüren. Acht Stunden Bildschirmzeit später hatte ich eine gefunden. Ich lief mit dem Setup ein bisschen durch die Straßen, habe ein kleines Konzert damit fotografiert und fand dann alles doch ein wenig scheiße.

Mir sind all die Specs einer Kamera völlig egal. Hauptsache ich hab Bock, sie immer mitzunehmen. Aber genau das war nicht der Fall. Sie machte mir keinen Spaß. Das hab ich selbst herausgefunden. Die acht Stunden Recherche vorher hätte ich mir sparen können. Das hat einzig und allein dazu geführt, dass meine hohen Erwartungen noch härter auf den Boden der Tatsachen geknallt sind.

Warum haben wir Angst davor, uns zu irren?
Wir wissen doch am besten, was wir wollen, was uns Spaß macht, was uns gut tut.
Wir sollten uns selbst wieder richtig zuhören und nicht irgendwelchen Fremden hinter kleinen Bildschirmen.

Amen.


Vielen Dank für's Lesen, freut mich. 
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